Krankenkassen-Defizit: Die verschwiegene Mit-Ursache

von Vertrauliche Mitteilungen, 09.01.2020, 22:24 Uhr

Nach Angaben der Leiterin des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen, Doris Pfeiffer, wird dieser Versicherungszweig das Jahr 2019 voraussichtlich mit einem Verlust von einer Milliarde Euro abschließen. Pfeiffer spricht selbst von einer „alarmierenden Entwicklung“, weil der Verlust durch rapide steigende Ausgaben verursacht wurde, die selbst durch die ebenfalls auf Rekordniveau liegenden Beitrags einnahmen nicht kompensiert werden konnten. Gegenwärtig können die meisten Kassen noch auf deutliche Beitragserhöhungen verzichten, weil sie über meist recht hohe Reserven verfügen.

GKV: Spätestens ab 2021 Beitragserhöhungen

Doch diese dürften im Laufe dieses Jahres noch aufgebraucht werden, so daß spätestens für 2021 kein Weg mehr an deutlich höheren Beiträgen vorbeiführen wird. Als maßgebliche Defizit-Gründe führt Pfeiffer „neue Gesetze“ an. Allein das „Terminservicegesetz“ und das „Pflegepersonalstärkungsgesetz“ würden bei der gesetzlichen Krankenversicherung zu jährlichen Mehrausgaben von etwa 5 Mrd. € führen.

Dies ist nicht zu bezweifeln, doch „neue Gesetze“ sind nur ein Grund für diese alarmierende Entwicklung. Der andere Grund wird von den politisch korrekten „Qualitätsmedien“ gerne verschwiegen. Es ist der „Mitgliederrekord“, der – so titelte selbst die „Welt“ noch vor zwei Jahren – die „Krankenkassen . . . viel Geld kostet“. Denn jeder Flüchtling, der keine Arbeitsstelle hat, wandert nach spätestens 15 Monaten vom Asylbewerberleistungssystem in die Hartz IV-Versorgung.

97 EUR pro Monat nicht kostendeckend

Damit werden er – und seine Familie – automatisch Mitglieder einer gesetzlichen Krankenversicherung zu einem Monatsbeitrag von 97 €, der aus dem Bundeshaushalt entrichtet wird. Weil die meisten Zuwanderer aus Ländern stammen, in denen die ärztliche Versorgung nicht so gut ist wie in Deutschland, bringen wohl nicht wenige gesundheitliche „Altlasten“ mit, die hierzulande einer Behandlung bedürfen.

Somit liegt die Vermutung nahe, daß der vorgenannte Monatsbeitrag nicht zur Deckung der den Krankenkassen entstehenden Kosten ausreicht und zu deren wachsendem Defizit beiträgt. Nicht ausschließlich, aber durchaus spürbar. Es stände der Politik und den Qualitätsmedien gut zu Gesicht, über diese Tatsache offen zu sprechen und zu berichten, um hier zu einer einvernehmlichen und für alle tragbaren Lösung zu kommen! (tb)


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