Kryptowährungen im Fall der Fälle ungeeignet

von , 25.11.2019, 13:28 Uhr

Daß die Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum u.a. die ihnen nachgesagten und vielfach gewünschten Eigenschaften nicht besitzen, zeigte sich beim jüngsten „Bankencrash“ im Libanon. Viele Nutzer von Kryptowährungen hofften dort nämlich, mit dem Digitalgeld Sicherheit, Anonymität, Unabhängigkeit von Zentralbanken und weltweite Verfügungsmöglichkeiten und Zahlungsfähigkeit erworben zu haben.

Kryptowährungen können Erwartungen nicht erfüllen

Genau diese Wunschvorstellungen lösten sich dann aber in Luft auf, als sich im Libanon anlässlich einer länger anhaltenden Bankenschließungsphase zeigte, daß in den derzeit weltweit gegebenen Wirtschaftssystemen auch Kryptowährungen im täglichen Leben und zum Überleben unbrauchbar sind, wenn es an den den Geldumlauf grundsätzlich regelnden Banken fehlt. Weil „Bitcoin & Co.“ nicht als Barzahlungsmittel taugen (die z.B auf Schwarzmärkten unerläßlich sind), wären deren Besitzer gezwungen gewesen, diese in lokales Geld umzutauschen. Doch das konnten sie nicht, weil die lokalen Banken ja geschlossen waren.

Nicht nur grundsätzlich, sondern auch im Besonderen bieten Kryptowährungen damit keine ähnliche Sicherheit wie Gold, Silber und Bargeld. Ohne Banken und entsprechende Kryptobörsen gibt es nämlich bei keiner Kryptowährung die gerade im Krisenfall wichtige Möglichkeit zum Umtausch in andere Währungen oder Edelmetalle. Man wird die Kryptowährungen also im Ernstfall kaum einsetzen können.

Kryptowährungen: Alles hängt am Sicherheits-Code

Noch schlimmer ist aber, daß jede Kryptowährung nur dann Sicherheit bieten kann, wenn der ihr zugrunde liegende Sicherheits-Code nicht entschlüsselt und manipuliert wurde. Daß dies bisher offenbar nicht gelang, war nur eine Frage der dahinterstehenden Rechenleistung. Moderne Quantencomputer werden aber schon bald solch gigantische Rechenleistungen bereitstellen, daß künftige Kryptowährungen nicht nur schneller und günstiger produziert, sondern auch entschlüsselt und manipuliert werden können.

Erst kürzlich meldete eine russische Firma ein erstes Patent hierzu an. Damit dürften sich alle bisher in die Kryptowährungen gelegten Hoffnungen erledigt haben. Es ist schon erstaunlich, daß die sogenannten „Qualitätsmedien“ über das Geschehen im Libanon und die neue Problematik mit den Kryptowährungen weitgehend geschwiegen haben. (eh)


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