Zentralbanker in der Falle - US-Frühindikatoren deuten auf einen Abschwung hin

von Claus Vogt, 24.07.2021, 17:50 Uhr

Makroökonomische Frühindikatoren helfen Ihnen dabei, Wendepunkte des Konjunkturzyklus zu erkennen. Die besseren dieser Indikatoren basieren auf einer Vielzahl von Komponenten, um möglichst alle relevanten Sektoren und auch das Geschehen an den Finanzmärkten zu erfassen. In den USA haben die meisten dieser breit angelegten Kennzahlen und Prognosemodelle, unbemerkt von den meisten Anlegern, die von immer weiter steigenden Aktienkursen ausgehen, in der Zeit von März bis Mai dieses Jahres nach unten gedreht und sind seither deutlich gefallen.

Trotz dieser klaren Hinweise auf eine konjunkturelle Abschwächung prognostizieren die meisten Volkswirte und Zentralbanker ein fortgesetzt hohes Wirtschaftswachstum. Wo dieses Wachstum herkommen soll, wenn die gigantischen Konjunktur- und Hilfsprogramme der vergangenen anderthalb Jahre auslaufen, wie von der FED für Ende August beim Meeting in Jackson Hole angekündigt, erschließt sich mir hingegen nicht. Schließlich basierte der Aufschwung der vergangenen Monate ausschließlich auf riesigen Staatsausgaben in Billionenhöhe, denen eine ebenso gigantische Zunahme der Staatsverschuldung gegenübersteht.   

Fallende Zinsen und Warnsignale für die Börse      

Von den Finanzmärkten, die in normalen Zeiten ebenfalls Frühindikatoren für den Verlauf der Realwirtschaft sind, kommen ebenfalls zunehmend Warnsignale. Beispielsweise sind die Anleihenzinsen seit März dieses Jahres wieder deutlich gesunken, obwohl die Zentralbanken ihre Anleihenkäufe nicht ausgeweitet haben. Auch das deutet auf eine konjunkturelle Abschwächung hin.

An den Aktienmärkten ist es in den letzten Wochen ebenfalls zu bedenklichen Veränderungen gekommen, die charakteristisch sind für die letzte Phase einer Hausse. Bei wichtigen Kennzahlen

wie beispielsweise diversen Versionen der Advance-Decline-Linie haben sich jetzt negative Divergenzen gebildet, die Marktbreite hat stark abgenommen, während Sentiment- und Spekulationsindikatoren Extremwerte angenommen haben. 

S&P 500 (oben) und Advance-Decline-Linie (unten), 2019 – 2021

Dieser wichtige Indikator hat die jüngsten Hochs des S&P 500 nicht mehr bestätigt, eine typische Entwicklung in der Endphase einer Hausse. Quelle: StockCharts.com 

Zentralbanken, Spekulationsblasen und Staatsbankrotte      

Die Zentralbanker der Fed und der EZB haben bereits klargestellt, dass sie auf absehbare Zeit nichts gegen die relativ stark gestiegene Inflation unternehmen werden: In den USA zeigte der Konsumentenpreisindex im Juni eine Geldentwertung von 5,4%, während in Deutschland die Erzeugerpreise um 8,5% nach oben geschossen sind. Das sind alarmierende Größenordnungen, die in früheren Zeiten immer eine geldpolitische Reaktion hervorgerufen hätten.

Doch diese Zeiten sind vorbei, da sich die Zentralbanker mit ihrer jahrelangen ultralaxen Geldpolitik selbst in die Bredouille gebracht haben. Sie haben riesige Spekulationsblasen an den Aktien-, Renten- und Immobilienmärkten erzeugt, die bei einer Zinserhöhung sofort platzen und eine schwere Krise auslösen würden. Darüber hinaus haben sie die gigantische Staatsverschuldung ermöglicht, die inzwischen Größenordnungen erreicht hat, die bei höheren Zinsen zu Staatsbankrotten führen.

Vor diesem Hintergrund erscheint die Rückkehr zu einer auch nur halbwegs seriösen Geldpolitik nahezu ausgeschlossen. Das gilt umso mehr, wenn die Frühindikatoren Recht behalten sollten und eine Abkühlung der Konjunktur beginnt. Deshalb sollten Sie Ihr Vermögen gegen diese geldpolitischen Machenschaften absichern.      

Das spricht für Gold und andere Inflationsschutz-Investments      

Für die Zukunft der Geldwertstabilität sind das sehr schlechte Nachrichten. Das gilt umso mehr, da es bedeutende Veränderungen am globalen Arbeitsmarkt gegeben hat, die für höhere Inflationsraten sprechen. Diesen sehr wichtigen Aspekt haben wir in unserer aktuellen Themenschwerpunkt-Ausgabe „Inflation – Trendwende am globalen Arbeitsmarkt erzeugt Inflationsdruck“ ausführlich diskutiert.

Für Gold sind inflationäre Entwicklungen und die absehbare Fortsetzung der unseriösen Geld- und Staatsschuldenpolitik hingegen gute Nachrichten. Gold ist und bleibt der beste Weg, um sich vor Geldentwertung, Staatsbankrotten und Bankenpleiten zu schützen.

An den Aktienmärkten dürfte es in den kommenden Monaten wieder sehr spannend und turbulent werden. Informieren Sie sich auf höchstem Niveau mit meinem Börsenbrief Krisensicher Investieren und erfahren Sie, mit welchen Aktien Sie auch in inflationären Zeiten profitieren. Mein Börsenbrief Krisensicher Investieren – jetzt 30 Tage kostenlos testen.

Claus Vogt, Chefredakteur Krisensicher Investieren



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