DAX-Analyse für die 2. KW 2019

von Nachrichten-Fabrik.de, 06.01.2019, 21:52 Uhr

Das Handelsjahr 2019 begann mit einer kleinen Überraschung. Alle zuvor getroffenen Indikationen der Broker und Handelshäuser mussten am ersten Handelstag beim DAX (ISIN DE0008469008 | WKN 846900) revidiert werden. Nach dem roten Jahresabschluss (siehe Vorwochenanalyse) wurde zuerst von einem positiven Start in das neue Jahr ausgegangen. Doch der DAX startete entgegen diesen Vorausschätzungen nicht im Plus, sondern mit einem GAP auf der Unterseite und baute diese Verluste in der ersten Handelsstunde sogar noch schnell aus. Das so entstandene Momentum sorgte nicht nur für einen Bruch der 10.500er-Marke, sondern auch wenig später für das Unterschreiten der 10.400:  

 

Über diesen holprigen Jahresstart hatte ich Ihnen in diesem DAX-Artikel ein paar mehr Worte an die Hand gegeben. Ebenso dynamisch wie nach der Eröffnung kamen die Kurse schließlich zum Startpunkt zurück und konnten das GAP bereits zur Mittagszeit schließen. Am Tagesende näherten wir uns schliesslich sehr genau der Abwärtstrendlinie an, welche ich in der Vorwochenanalyse skizzierte und hier als "Rückblick" noch einmal aufzeigen möchte:  

Sie dominierte den DAX noch einen Tag weiter - den Donnerstag. Hier kam es vor allem zum späten Handel an der Wall Street zu Abgabedruck und Sorgen über die weitere Entwicklung der Konjunktur. Auslöser war eine Umsatzwarnung des Technologieschwergewichts Apple, dessen iPhone-Verkäufe im Weihnachtsgeschäft hinter den Erwartungen lagen. Daher mussten die Zahlen für das erste Quartal korrigiert werden - mit Signalwirkung für den gesamten Technologiesektor. Die Aktie verlor zwischenzeitlich 10 Prozent und steuerte auf ein neues Jahrestief zu. Vom Hoch ist sie nun mehr als 30 Prozent entfernt und damit über eine normale Korrektur hinaus.

Bereits einen Tag später konnten diese Sorgen allerdings schon wieder abgelegt werden. Am letzten Handelstag der Woche stand der DAX zur Börseneröffnung mit positiven US-Futures im Rücken über 10.500 Punkten und damit zwischen zwei GAPs. Eine Entscheidung stand schnell an - das GAP auf der Oberseite wurde bis zum Mittag geschlossen und damit auch der gezeigte Abwärtstrend überschritten. Positive Daten vom US-Arbeitsmarkt sorgten bereits vor Eröffnung der Wall Street für einen weiteren Impuls, der den Dow Jones über 23.000 Punkte und damit dem Gesamtmarkt weitere Kraft gab. In den USA stiegen die „Nonfarm Payrolls“ um 312.000 Stellen und zeigten damit den größten Anstieg seit Februar 2018 am Arbeitsmarkt an. Eine Abweichung von nahezu 100 Prozent zu den Prognosen! Kein Wunder also, dass der Dow Jones im Zuge dieser positiven Daten massiv anstieg und im weiteren Handelsverlauf die Verluste des Vortages aufholen konnte:

Er schloss zum Handelsende sogar in der Nähe seiner Wochenhochs und könnte damit einen Grundstein für weitere Kursgewinne gelegt haben. Immerhin war dies auch das Wochenhoch:  

Für den DAX löste das einen entsprechenden Impuls aus, ihn aus dem Abwärtstrend zu befreien. Wie hier im klassischen Chartbild des Monats Dezember bis jetzt XTB-Kontrakt der CFD Indikation dargestellt, ist der Bruch auf einer größeren Zeitebene sauber erfolgt:  

 

Der gezeigte Bruch des Abwärtstrends ist nun als sehr gute Voraussetzung für die Bullen zu werten. Zoomen wir in dieses Chartbild hinein, so ergibt sich eine sehr schöne Aufwärtsbewegung im Stundenchart, die über alle bisherigen Wochenhochs reichte:  

Damit kommen jetzt wieder übergeordnete Chartbereiche in den Fokus, an denen wir uns Anfang Dezember orientierten. Sie lagen um 10.820 bis 10.840 Punkte und sind nun als nächster Widerstand zu manifestieren:  

Hier sollte aus meiner Sicht die jüngste Aufwärtsbewegung stoppen und in eine Konsolidierung übergehen. Es ergibt sich zumindest eine Short-Gelegenheit auf kurzfristigen Zeiteinheiten, welche ich dann in meinen Kanälen dokumentieren werde. Potenzial dafür ist bis zur 10.730 und untergeordnet womöglich auch bis kurz über das Ausbruchsniveau bei 10.650 Punkten vorhanden. Beide horizontalen Auffanglinien habe ich im gleichen Chartbild markiert:  

Ein Kursverlauf bis zur ersten Konsolidierungslinie würde zudem der Range aus Mitte Dezember entsprechen, in der wir über mehrere Tage verweilten. Als regelmäßiger Leser werden Sie sich sicher erinnern. Aus diesem Chartbild ergibt sich weiter, dass ein Überschreiten der 10.840 weiteres Kurspotenzial bis zur 10.980 und damit sehr nahe an die psychologisch runde Marke von 11.000 Punkten auslösen könnte. Auch diese Variante muss man bei der Wochenplanung als Trader auf dem Schirm haben. Sie skizziere ich ebenfalls:

 

Auslöser dafür kann die Beendigung der US-Haushaltssperre oder eine weitere Annäherung im Handelsstreit der USA mit China sein; daraus ergeben sich neue Wachstumsperspektiven für die Weltwirtschaft. Neben diesen politischen Faktoren und der latenten "Überraschung" aus dem Twitter-Account von US-Präsident Donald Trump stehen natürlich auch feste Wirtschaftsdaten auf der Agenda. So hält am Mittwoch die Bank of Canada ihre Notenbanksitzung ab und gibt ihre Entscheidung zum Leitzins am Nachmittag bekannt. Um 20 Uhr wird dann das US-Notenbankprotokoll im Nachgang der letzten FED-Sitzung veröffentlicht. Donnerstag um 13.30 Uhr gibt die Europäische Zentralbank ihre Meinung zur wirtschaftlichen Lage des Euroraums kund. Dabei stehen wirtschaftliche und monetäre Entwicklungen im Vordergrund. Gegen Abend wird der US-Notenbankchef Powell eine Rede halten und womöglich einen Einblick zur nächsten Zinsentscheidung geben. Die Verbraucherpreise der USA runden am Freitag um 14.30 Uhr die wichtigsten Termine aus dem Wirtschaftskalender ab. Sie sollten vor allem vor einem Einstieg in den Finanzmarkt gesichtet werden, um keine volatilen Überraschungen zu erleben.  

Kommen Sie gut durch die neue Börsenwoche, Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)      

Risikohinweis: Der Handel mit Finanzprodukten ist risikoreich. Sie können Ihr eingesetztes Kapital verlieren. Diese Analyse ist keine Handelsempfehlung und enthält lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden.

    andreasmueller

Andreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen u.a. auf wallstreet-online seit dem Jahr 2005 in den „Tages-Trading-Chancen“ ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen. Auf Nachrichten-Fabrik.de analysiert er den DAX mit Hilfe der Charttechnik. Weitere Informationen erhalten Sie in seinem Facebook-Kanal und auf seinem Blog www.bernecker1977.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Nachrichten-Fabrik.de übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.


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